Leadership 404
Playbook for Highly
Ineffective
Leaders
#1The Ownership Fail
Impressum & Rechtliches

Wer das hier
zu verantworten hat

Herausgeber
The Trusted Leaders · Rafael Schwarze
Hamburg · the-trusted-leaders.com

Konzept, Text und Gestaltung
Rafael Schwarze

Illustrationen
KI-generiert und redaktionell kuratiert.

Reihe
Leadership 404 · Ausgabe #1: The Ownership Fail
1. Auflage, Pilot. Alle Rechte vorbehalten.

Alle Hamster und Situationen dieses Heftes sind inspiriert von Situationen, die ich oder andere selbst erlebt haben. Falls du dich ertappt fühlst: Sei dir bewusst, dass diese Handlungsweisen im Geschäftsalltag häufig vorkommen. Wir sind alle nur Menschen.

Vorwort

Oops I did it again.

Erfolgreiche Führung heißt für mich im Kern eines: Ergebnisse liefern. Der erste Schritt dahin ist echte Ownership – oder, wie ein guter Freund es auf den Punkt brachte: die Dinge zum Erfolg treiben.

Was das in der Praxis bedeutet, lernte ich bei meinem größten beruflichen Fail: 5.000 falsch versendete Mailings. Meine damalige Chefin suchte keine Schuldigen, sondern fragte nur: „Rafael, wie können wir jetzt trotzdem erfolgreich sein?“ Dieser Moment prägt mich seit 20 Jahren.

Die Hauptfigur dieses Hefts – frisch beförderter Bereichsleiter Konrad – macht 130 Tage lang das exakte Gegenteil: Statt die Dinge zum Erfolg zu treiben, steht er sich unbewusst selbst im Weg. Das Tückische: Rund 85 % von uns merken gar nicht, wenn sie sich so verhalten* – wir alle haben mal ein Brett vorm Kopf.

Deshalb klagt dieses Playbook nicht an. Es macht unsere blinden Flecken mit einem gesunden Augenzwinkern besprechbar. Wer diese Muster einmal lachend bei sich entdeckt hat, wiederholt sie so schnell nicht mehr unbemerkt.

Rafael Schwarze
Gründer · The Trusted Leaders
* Nach Untersuchungen der Organisationspsychologin Tasha Eurich glauben 95 % aller Menschen, reflektiert zu sein – in Wahrheit sind es aber nur 10 bis 15 %.
Tag 1 von 130
30 % Umsatzwachstum, das ist doch kein Problem, oder?
Ich bin da super optimistisch.
Deal!
Mum-Effekt — Konflikte eingehen oder sagen, dass man an etwas nicht glaubt, mögen viele von uns nicht gerne. Also sagt man zu, was der Chef hören will – die Rechnung kommt in zwölf Monaten.
Tag 2 von 130
Das sind unsere 17 gleichrangigen strategischen
Ziele für dieses Jahr. Easy, oder?
Mhm … ja klar, easy!
Das versteht doch jeder
Pluralistische Ignoranz — Man versteht selbst nur Bahnhof, sieht aber alle Kollegen eifrig nicken. Um nicht als ahnungslos aufzufallen, nickt man einfach mit. Die Ironie: Den anderen geht es genauso.
Tag 21 von 130
Und hier sieht man noch mal: Unser Forecast steht auf harten Fakten.
In der Theorie ist es einfach
Optimismus-Verzerrung — Das absolute Best-Case-Szenario wird ungeprüft als Normalität vorausgesetzt. In der Excel-Tabelle geht die Rechnung wunderbar auf – mit der Praxis hat das nichts mehr zu tun.
Tag 30 von 130
Wie ihr sehen könnt, ist unser
Geschäftsmodell selbsterklärend!
Personalstrategie – Masse statt Klasse
Dunning-Kruger-Effekt — Wer die Aufgaben selbst nicht durchdringt, erkennt nicht, welche Kompetenzen es wirklich braucht. Man denkt: „Das schafft doch jeder“ – und wundert sich, dass die Performance ausbleibt.
Tag 35 von 130
Ich vertraue euch zu 110%,
dass ihr es schafft! Easy, oder?
Empowerment = Ergebnisverantwortung
Defensives Entscheiden — Aus Überforderung wird Verantwortung nach unten delegiert. Wer keine konkreten Vorgaben macht, kann daran auch nicht gemessen werden – und selbst nicht scheitern.
Tag 55 von 130
Ich suche dich seit Stunden!
Der Vorstand will einen Report!
Moment – ich hab hier gerade
den RAID-Controller gepatcht.
Getting things done
Bikeshedding — In der Krise stürzt man sich auf Aufgaben, die man sicher beherrscht – für das schnelle Erfolgserlebnis. Das lenkt wunderbar davon ab, dass die eigentliche Strategie liegen bleibt.
Tag 60 von 130
Alles tippi toppi – die Delle ist eingeplant!
Und Prognosen sind halt immer
ein bisschen Glaskugel.
Immer optimistisch bleiben
Sugarcoating — Der Status ist objektiv rot – wird aber als harmlos und „eingeplant“ verkauft. Man flüchtet sich in wahnwitzige Prognosen, anstatt die Realität zu managen. Das wäre zu belastend.
Tag 70 von 130
Alles ok?
Bis ich das erklärt hab, hab
ich’s dreimal selber gemacht!
Zeige den Haien kein Blut
Kontrollillusion — Man klammert sich an die Illusion, alles im Griff zu haben. Hilfe anzunehmen hieße, Überforderung einzugestehen. Um das Konstrukt der Unfehlbarkeit zu halten, wird jede Unterstützung blockiert.
Tag 90 von 130
Wir gründen die Task-Force Umsatz.
Nur gemeinsam können wir die Firma retten.
Bis morgen brauche ich eure Ideen.
Krisenzeit ist Gremienzeit
Verantwortungsdiffusion — Geteilte Verantwortung halbiert den Druck – aber nur, wenn einer sie vorher getragen hat. Hier wird sie verteilt, bevor sie jemand hatte. Geht es schief, war das Team schuld.
Tag 110 von 130
Ich will keine Schuldigen.
Ich will nur verstehen, wer’s war.
Ich sag’s gleich, ich war’s nicht.
Fundamentaler Attributionsfehler — Da man von der eigenen Unschuld überzeugt ist, müssen die anderen schuld sein. Unter dem Deckmantel der „Problemanalyse“ wird nach Sündenböcken gesucht.
Tag 120 von 130
Der Markt, die Zinsen, der Wettbewerb –
da kann man halt nix machen.
Die Kunst der Externalisierung
Selbstwertdienliche Verzerrung — Die automatische Abwehrreaktion, eigenes Scheitern auf äußere Faktoren zu schieben. Geht der Plan nicht auf, sind kurzerhand die Zinsen, der Markt oder der Wettbewerb schuld.
Tag 125 von 130
Dann feuert halt mein Team, die können ja eh nix!
Aber ganz ehrlich: Verschont mich hier in meinem
Urlaub mit solchen Negativ-Vibes!
Endlich mal richtig lockermachen
Emotionale Vermeidung — Sich dem eigenen Versagen zu stellen, tut weh. Also flüchtet man in Distanz: Die Krise der Mitarbeiter ist keine eigene Verantwortung mehr – nur eine Störung der Komfortzone.
Tag 130 von 130
So ein Saftladen!
Anderswo ist das Gras grüner
Rationalisierung — Das offensichtliche Scheitern wird so umgedeutet, dass die eigene Identität unbeschädigt bleibt. Man redet sich ein, in einem unfähigen Umfeld ohnehin machtlos gewesen zu sein.
Tag 1 Â· Neue Firma
Willkommen im Team!
Auf einen erfolgreichen Start.
Easy! Was soll
schon schiefgehen?
Und täglich grüßt das Murmeltier
Selbsterfüllende Prophezeiung — „Bis du das Unbewusste bewusst machst, wird es dein Leben lenken – und du wirst es Schicksal nennen.“ (nach C. G. Jung)
Selbsttest

Leadership Ownership
Checklist

  • Ich committe mich nur zu Zielen, deren Umsetzung ich verstehe und an die ich glaube.
  • Die Reaktion auf ein Ereignis ist immer meine Verantwortung – z. B. zu fragen, wenn ich etwas nicht verstehe.
  • Ich prüfe vorab, welche Ressourcen und Fähigkeiten es wirklich braucht.
  • Ich fokussiere mich auf die wirklichen Prioritäten, statt mich ins Operative zu flüchten.
  • Ich kommuniziere Probleme und benötigte Ressourcen sofort und transparent.
  • Ich hole mir proaktiv die Unterstützung, die ich brauche.
  • Ich treffe schwierige Entscheidungen, statt Verantwortung in Runden zu verteilen.
  • Wenn etwas schiefgeht, suche ich nach der Lösung – und nicht nach dem Schuldigen.
Kontakt

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